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DIPLOMANDEN DER IBZ PLANEN ENERGIEAUTARKES MEHRFAMILIENHAUS

Im Rahmen ihrer Diplomarbeit zum Techniker HF Gebäudetechnik zeigen zwei Studierende der IBZ, der Schweizer Schule für Technik und Management, auf, dass es tatsächlich möglich ist, ein völlig energieautarkes Mehrfamilienhaus mit sieben Wohnungen zu betreiben. Mit ihren Erkenntnissen regen sie zum Umdenken an und schaffen neue Geschäftsfelder für ein kantonales Elektrizitätswerk.

Die beiden IBZ Studenten Enrico Anderes, Photovoltaik-Spezialist bei einem kantonalen Elektrizitätswerk und Robert Mandic haben in ihrer Diplomarbeit ein Mehrfamilienhaus konzeptioniert, das seinen kompletten Stromverbrauch selber decken kann. Als Berechnungsvorlage diente ihnen ein existentes Mehrfamilienhaus mit sieben Wohnungen und einer Bruttogeschossfläche von knapp 690 Quadratmetern.

Durch ihre Berechnungen mittels «Enerwebtool» verschafften sie sich einen Überblick über die Energie, die benötigt wird, um die gewünschten Temperaturen im Gebäude zu erreichen. Dadurch wurde klar, dass sich bereits durch den Austausch der Fenster Transmissionsverluste verringern lassen. Zudem schlagen sie vor, die Dachfläche mit einer Hybrid-Photovoltaik-Anlage zu bestücken und die Fassade mit Photovoltaik-Hochleistungsmodulen zu verkleiden. Diese speisen zudem einen Batteriespeicher, um das Gebäude auch im Notfall über ein paar Tage hinweg mit Energie zu versorgen. Klar wurde den beiden Studenten bald, dass die Energie über die Wintermonate hinweg nicht ausreicht, weshalb sie zusätzlich auf thermische Langzeitspeicher setzten: In Kombination mit Wärmepumpen würden diese genügend Energie für den Winter bereitstellen.

Erkenntnisse regen zum Umdenken an

Mittels Lastgangmessungen vergleichbarer Wohnungen entdeckten die beiden Studierenden, dass der Energieverbrauch von Geräten im Standby-Modus viel höher ausfällt, als erwartet: Geräte im Standbybetrieb verursachen 25 bis 33 Prozent des Stromverbrauchs. Durch die Installation von Netzfreischaltern könne dieses Volumen um 70 Prozent reduziert werden.

Grundlage für weitere Energiekonzepte

Ein Haus, das die gesamte Energie für 17 Personen produziert, ohne Einbussen des heutigen Komfort- und Anspruchsstandards, hat seinen Preis. Gemäss den Berechnungen von Enrico Anderes und Robert Mandic liegen die Kosten bei 200 000 Franken pro Mietpartei. Darum scheint ein solch energieautarker Bau für Mehrfamilienhäuser noch zu idealistisch. Doch: Die Arbeit der beiden Diplomanden ist Grundlage für weitere Energiekonzepte in ähnlichem Format. «Das kantonale Elektrizitätswerk wird basierend auf diese Projektarbeit Produkte entwickeln und kann sich angesichts des sich verändernden Energiemarkts besser aufstellen und neue Geschäftsfelder erschliessen», sind die beiden Diplomanden überzeugt.

Anderes und Mandic führen auch aus, dass letztendlich kleine Dinge, wie die Reduktion des Standby-Stroms und die richtige Anordnung der Aussenluftfassung im Gesamtbild den energetischen Unterschied ausmachen: «Sie ermöglichen nicht nur den autarken Betrieb, sie zeigen viel mehr auch auf, welche Schritte und welches Umdenken noch nötig sind, um einer gesicherten Energiezukunft entgegen zu gehen.»

Viel fundiertes Praxiswissen

Enrico Anderes und Robert Mandic haben sich für ihre Weiterbildung zum Techniker HF Gebäudetechnik für ein Studium bei der IBZ entschieden. Dort können sie das Gelernte direkt mit der Praxis in ihrem Alltag verknüpfen. Denn wer bei der IBZ berufsbegleitend studiert, bleibt normalerweise zu hundert Prozent berufstätig. Somit kommen die neuen Fähigkeiten im Betrieb sofort zum Einsatz. Da in Lerngruppen oder bei Fallstudien Studierende aus unterschiedlichen Unternehmen und Branchen zusammenarbeiten, ergibt sich zudem ein anregender Austausch, und es entstehen wertvolle Netzwerke.

Attraktive Fachausbildungen für ausgezeichnete Karrierechancen

Die IBZ steht in ständigem Austausch mit kleineren sowie grösseren Unternehmen. So stellt sie sicher, dass sie ihre Studierenden den Bedürfnissen der Wirtschaft entsprechend ausbildet. Dazu tragen auch die Dozierenden bei, die alle in den relevanten Berufsfeldern tätig sind und aktuelle Themen in den Unterricht einbringen.

An acht Standorten bietet die IBZ verschiedene Lehrgänge der Höheren Fachschule (Techniker-/in HF), Vorbereitungslehrgänge zur Höheren Fachprüfung mit eidgenössischem Diplom oder zur Berufsprüfung mit eidgenössischen Fachausweis, sowie Lehrgänge mit IBZ Diplom an. Die Ausbildungen im technischen Bereich oder im Management machen aus guten Berufsleuten gefragte Fach- und Führungspersonen mit ausgezeichneten Karrierechancen.

Enrico Anderes und Robert Mandic

 

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