NEUER SCHWUNG FÜR PHARMA-RIESEN

DIPLOMAND DER IBZ OPTIMIERT ÄUSSERST HEIKLEN LOGISTIKPROZESS

Wie kaum eine andere Branche untersteht die Pharmaindustrie einem stetigen Innovationsdruck. Aus diesem Grund hat ein Schweizer Pharmariese im hygienisch hochsensiblen Bereich der Medikamentenabfüllung ein Projekt zur Harmonisierung und Zentralisierung von Logistikprozessen ins Auge fassen müssen. Dem Projekt angenommen hat sich der Logistiker Christoph Imhof. Seine Entwicklungen im Rahmen der Diplomarbeit zum Techniker HF Unternehmensprozesse mit Vertiefung Logistik bei den IBZ, der Schweizer Schule für Technik und Management, wird umgesetzt: Sie ermöglichen die Reduktion der Durchlaufzeit des Umpalettierprozesses von Medikamenten-Gebinden um 19 Prozent.

Kaum eine Branche ist derart wachstums- und innovationsgetrieben wie die Pharmaindustrie in der Schweiz. Milliarden werden in Forschung und Entwicklung gesteckt. Das spüren auch die Abteilungen, die im Dienst der Medikamenten-Entwickler und -Produzenten stehen: die Logistiker. Diese sorgen dafür, dass Lagerung, Abfüllung und Versand mit den anderen Entwicklungen in der Branche Schritt halten können. Zu diesen Logistikern gehört auch der IBZ Diplomand Christoph Imhof, der als Teamleiter im Warenein- und -ausgang eines Schweizer Pharmaunternehmens tätig ist. Im Rahmen seiner Diplomarbeit zum Techniker HF Unternehmensprozesse, nahm er sich der Implementation eines Umpalettierprozess im Lager an.

Neue Märkte fordern Logistiker heraus

Die Tatsache, dass zunehmend auf den Patienten zugeschnittene, spezifisch wirkende Medizin in der Entwicklungspipeline steht, fordert die Logistikverantwortlichen der Pharmaunternehmen heraus. Denn dies bedeutet kleine Produktechargen und Verpackungsaufträge. Im Trend sind ferner biologische, auf Proteinen basierende Produkte, die nur begrenzt haltbar sind. Dies bedeutet für die Logistik, dass die Durchlaufzeiten besonders für die Kleinmengenherstellung zu verkürzen sind. Der 27-jährige IBZ-Diplomand ist von der Vision geprägt, die derzeit dezentralen Logistikprozesse zentral über den Lagerbetrieb abzuwickeln, sodass sich die Produktionsbetriebe ihren reinen Produktionsaufgaben widmen können. Das wiederum bedeutet, die richtigen Verpackungen und Gebinde bereits im Lager so bereit zu stellen, dass in der Produktion nicht mehr umpalettiert werden muss. Und dies wiederum bedingt, dass das Lager sauber und die Transportwege in den unterirdischen Tunneln, welche die Gebäude verbinden, clean sein müssen, damit die Verpackungen unkontaminiert in der Produktion ankommen und den hygienischen Anforderungen der Medikamentenabfüllung genügen.

Erfolg durch minutiöse Planung

Die erfolgreiche Durchführung und Freigabe der Transportwege durch die Qualitätsabteilung, welche die Kunststoffpalette auf Verunreinigungen untersucht hatte, sei ein wegweisender Schritt für den Projekterfolg gewesen, ist Christoph Imhof überzeugt. Er führte eine Prozessanalyse durch und suchte einen geeigneten Standort für die Umpalettierung von Holz- auf Kunststoffpaletten. Ein ausschlaggebender Punkt war die geringere Transportzeit gegenüber den anderen Varianten.

Nach umfangreichen Erhebungen entschied Imhof, einen halbautomatischen Umpalettierer zu implementieren. Dabei konnte er das ihm vorgegebene Budget sogar deutlich unterschreiten. Qualitätssicherung, Terminrisiken, Kostenrisiken, Motivationsfolgen fürs Personal bei Sistierung des Projekts – alles musste abgewogen und durchdacht werden. Imhof schaffte es, im Rahmen seiner Diplomarbeit bei der IBZ die Durchlaufzeit des Umpalettierprozesses aufgrund der Massnahmen aus der Wertstromanalyse und des Just-in-time Abrufes um zehn Minuten – das entspricht 19 Prozent –
zu reduzieren. «Die Zeitersparnis für die Bearbeitung von Paletten bis zur Einschleusung in die Produktion konnte aufgrund der Umpalettierung im Lager gar um 66.6 Prozent auf fünf Minuten minimiert werden», schreibt er. Eines freut den IBZ-Diplomanden besonders: Durch seine Projektarbeit ist auch die Motivation seiner Kollegen gestiegen: «Wir können der Produktion zeigen, zu welchen Leistungen wir fähig sind.»

Viel fundiertes Praxiswissen

Christoph Imhof hat sich für seine Weiterbildung zum Techniker HF Unternehmensprozesse mit Vertiefung Logistik für ein Studium bei der IBZ entschieden. Dort kann er das Gelernte direkt mit der Praxis in seinem Alltag verknüpfen. Denn wer bei der IBZ berufsbegleitend studiert, bleibt normalerweise zu hundert Prozent berufstätig. Somit kommen die neuen Fähigkeiten im Betrieb sofort zum Einsatz. Da in Lerngruppen oder bei Fallstudien Studierende aus unterschiedlichen Unternehmen und Branchen zusammenarbeiten, ergibt sich zudem ein anregender Austausch, und es entstehen wertvolle Netzwerke.

Attraktive Fachausbildungen für ausgezeichnete Karrierechancen

Die IBZ steht in ständigem Austausch mit kleineren sowie grösseren Unternehmen. So stellt sie sicher, dass sie ihre Studierenden den Bedürfnissen der Wirtschaft entsprechend ausbildet. Dazu tragen auch die Dozierenden bei, die alle in den relevanten Berufsfeldern tätig sind und aktuelle Themen in den Unterricht einbringen.

An acht Standorten bietet die IBZ verschiedene Lehrgänge der Höheren Fachschule (Techniker-/in HF), Vorbereitungslehrgänge zur Höheren Fachprüfung mit eidgenössischem Diplom oder zur Berufsprüfung mit eidgenössischen Fachausweis, sowie Lehrgänge mit IBZ Diplom an. Die Ausbildungen im technischen Bereich oder im Management machen aus guten Berufsleuten gefragte Fach- und Führungspersonen mit ausgezeichneten Karrierechancen.

Christopf Imhof

 

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